Stuttgart Open - Die jungen Wilden schlagen wieder zu
Wieder einmal Juli, wieder einmal strahlend sonnige, heiße Sommertage und wieder einmal lud der BC Feuersee zu den Stuttgart Open in die Landeshauptstadt Baden-Württembergs ein. Gut 100 Teilnehmer fanden den Weg in die Region der Schwabenmetropole, um den begehrten Pokal und das Preisgeld zu erkämpfen. Die Vorrunden fanden in den Spiellokalen in Stuttgart, Leonberg und Ludwigsburg statt, die Finalrunde in Stuttgart. Die dortige Turnierstätte war mit einem professionellen TV-Centrecourt ausgestattet, von dem aus das Pool-Stage-Team einen einzigartigen Livestream ins Internet sendete und hochwertige Aufnahmen aller Spiele des Centrecourts erstellte. Kommentiert wurden die Spiele von keinem geringeren als Ralph Eckert, der durch seine humorvolle Art beste Laune verbreitete und kompetente Analysen lieferte.
Ein weiteres Highlight der Stuttgart Open war die Teilnahme des zweifachen Weltmeisters Thorsten Hohmann. Der seit einigen Jahren in Florida lebende Billardprofi ist wegen seines gut gefüllten Terminplans, der ihn regelmäßig auf Weltreise schickt, nur noch selten auf Turnieren in Deutschland anzutreffen. Umso größer war daher die Freude der Veranstalter und Teilnehmer über die Anwesenheit des Wahlamerikaners und seiner Partnerin Kathryn Fairchild.
In den Vorrunden gab es bereits erste Überraschungen. Einige hochkarätige Spieler schafften nicht den erwarteten Einzug in die Finalrunde, unter ihnen Christian Brehme, Jakob Belka und Mario He. Die meisten Topspieler wurden ihren Erwartungen aber gerecht und zogen in die Finalrunde der besten 32 ein. Diese war somit absolut hochkarätig besetzt und man konnte sich auf Billard auf höchstem Niveau freuen. Die beiden Erstplatzierten des Vorjahrs, der mehrfache Weltmeister Oliver Ortmann und der Jungprofi Dominic Jentsch waren durch ihren Vorjahreserfolg für die Finalrunde qualifiziert.
Für die erste Überraschung der Finalrunde sorgte der Walldorfer Spieler Christophe Creter, gleich in der ersten Runde als er den mitfavorisierten zweifachen Weltmeister Oliver Ortmann in einer spannenden Partie mit 8:7 bezwang. Im Live-Interview stand ihm die Freude ins Gesicht geschrieben, war es doch seit langem sein erklärtes Ziel, Ortmann einmal in einem Turnier zu besiegen. Thorsten Hohmann spielte souverän und begeisterte mit teilweise spektakulären Stößen sein Publikum. Als er im Viertelfinale auf den Jungstar Dominic Jentsch traf, spielte allerdings eine andere Musik. Jentsch ließ an seinen Ambitionen keine Zweifel aufkommen und spielte nahezu fehlerfrei. Mit einem beeindruckenden 8:2 entschied er die Partie für sich und schritt scheinbar unaufhaltsam weiter in die nächste Runde (seine vorigen Partien beendete er mit nicht minder überzeugen Spielständen von 8:3 und 8:1). Im Halbfinale stand ihm der zweimalige Stuttgart Open Sieger Christian Reimering gegenüber, der ihm als erster Gegner all sein Können abverlangte und sichtlich Widerstand zeigte. Aber auch diesen konnte Jentsch letztlich bezwingen und somit ins Finale einziehen. Der Turniersieg sollte unter allen Umständen her, daraus machte Jentsch keinen Hehl und auch die Zuschauer waren sich angesichts der gezeigten Leistungen über die Favoritenrolle klar, allein es half nichts, denn am Ende sollte alles anders kommen. Benjamin Heimmerer hieß sein Kontrahent im Kampf um den Titel. Dieser hatte sich zuvor gegen seine Gegner Kiss, Türkü, Ederer und Maxeiner durchs Feld gepflügt. Alle Begegnungen gewann er nur mühsam, kein Gegner errang gegen Heimmerer weniger als 6 Spiele. Denkbar knapp verlief insbesondere das Halbfinale. Am Ende sollte er aber die Nase vorne haben und sich mit einem hochriskanten Vorbandenstoß auf die entscheidende Zehn beim Stand von 7:7 gegen Christian Maxeiner durchsetzen. Im Finale spielten Heimmerer und Jentsch zunächst sehr ausgeglichen und nahezu fehlerfrei. Gegen Mitte der Begegnung vergab Jentsch allerdings vermeintlich sichere Kugeln. Diese Schwäche nutzte Heimmerer konsequent und konnte sich somit letzten Endes den Turniersieg mit 10:6 sichern.
Beide Finalisten waren nach dem Finale sichtlich bewegt. Heimmerer konnte seinen Erfolg kaum fassen und Jentsch war verständlicherweise geknickt und frustriert über seine Schwäche im Finale, das er wie im Vorjahr nach grandiosen Finalrundenmatches nicht gewinnen konnte. Eine großartige Zukunft wird beiden bevorstehen, so viel steht fest.
Insgesamt war das Turnier wie gewohnt sehr gut organisiert und alle Teilnehmer lobten die Arbeit der Ausrichter, der Helfer des BC Feuersee und des Pool-Stage Teams. Großer Dank gilt den Vereinsmitgliedern, die die Turnierteilnehmer mit frisch gegrilltem versorgten und bei der Turnierleitung organisatorisch alles perfekt im Griff hatten. Somit hielten sie den drei „Stagies“ den Rücken frei, wodurch diese einen Livestream im Fernsehformat zeigen konnten, der alle Zuschauer begeisterte.
Natürlich ist besonders das Engagement der zahlreichen Sponsoren hervorzuheben. Ihnen gilt besonderer Dank, da ohne ihre finanzielle Beteiligung weder das hohe Preisgeld noch der immense technische Aufwand dieser Veranstaltung zu schultern gewesen wären.
Alles in allem war es ein großartiges Event mit hohem Unterhaltungswert und sehr viel Spaß für alle Beteiligten. Die Messlatte für die nächsten Stuttgart Open liegt nun besonders hoch, man darf gespannt sein, was diesem Pool-Stage-Turnier folgen wird.
Die Antwort darauf geben Pool-Stage und der BC Feuersee spätestens im Sommer 2011...

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